Bayern und Baden-Württemberg sind die großen Verlierer der aktuellen Wirtschaftskrise. Während die beiden südlichen Länder mit ihren traditionellen Wachstumsíndustrien Maschinenbau und Elektrotechnik besonders unter der Krise leiden, zeigen sich die Unternehmen in den nördlichen Bundesländern Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein krisenresistent. Das ist eine Aussage des Krisenbetroffenheitsindex Juni 2010, den das Institut der Deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft berechnet hat.
In den Index fließen die Entwicklung der Arbeitslosenquote, der Bestand an Kurzarbeitern, die Anzahl der Anträge auf Kurzarbeit und die Entwicklung bei den offenen Stellen ein. Außerdem wird die Betroffenheit der verschiedenen Branchen ermittelt. So entsteht ein regional und bis auf auf die Kreisebene differenziertes Bild der Krisenauswirkung in Deutschland. Unter den zehn Regionen, die am wenigsten betroffen sind, befinden sich überwiegend Regionen aus dem Norden und dem Nordosten. Besonders negativ sind dagegen Regionen betroffen, in denen Industrieunternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten angesiedelt sind. Auch ein großer Anteil an Betrieben aus der Metallindustrie und Elektrotechnik wirkt sich in dieser Krise negativ aus, das gilt auch für international orientierte Unternehmen mit hoher Exportquote. Alle diese Faktoren in der Unternehmenslandschaft der beiden südlichen Bundesländer eine große Rolle, während im Norden die eher krisenresistenten Branchen wie Dienstleistung, die Versorgungswirtschaft oder die Nahrungsmittelindustrie von Bedeutung sind. Trotzdem liegt der Süden wirtschaftlich bei allen wichtigen absoluten Kennzahlen immer noch weit vorne und profitiert erfahrungsgemäß auch von positiven Entwicklungen schneller und stärker als andere Regionen.


