Die „neue“ Normalität

Roboter in der Fertigung mit Glasabtrennung

Am heutigen Freitag 12:00 Uhr meldet der Coronavirus-Monitor in Deutschland 15.000 bestätigte aktuell an Covid-19 erkrankte Menschen in Deutschland. Insgesamt wurden seit dem ersten Infizierten in Stockdorf 175.000 Menschen als bestätigt registriert. Knapp 8.000 Menschen sind in Deutschland verstorben und waren zu dem Zeitpunkt an Covid-19 erkrankt.

Am kommenden Montag werden alle Geschäfte geöffnet, die Gastronomie darf in Bayern wieder die Biergärten bewirtschaften und eine Woche später auch die Restaurants. Wir alle, jedenfalls die überwältigende Mehrheit, akzeptieren die Regeln und haben uns inzwischen auch an den Mund- und Naseschutz gewöhnt.

Am 2. April haben wir mit unserem Tagebuch begonnen, den heutigen Beitrag mitgerechnet sind 20 Artikel erschienen, die wir für Sie nochmal zusammenfassen werden.

Ebenfalls am 2. April haben die Wirtschaftsinstitute einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von fünf bis acht Prozent prognostiziert und die Kosten auf 750 Milliarden Euro geschätzt. Befürchtet wurden 1 bis 1,8 Millionen Arbeitslose und zusätzlich sechs Millionen Kurzarbeiter. ConMoto hat bereits zu diesem Zeitpunkt einen Rückgang der Wirtschaftsleistung des verarbeitenden Gewerbes und naher Dienstleistungen von zwölf bis 15 Prozent vorhergesagt, mit dem Höhepunkt im Mai und Juni und einer anschließenden Erholungsphase über fünf Monate.

Kurve aus dem Beitrag vom 2. April: Entwicklung BIP und Industrieproduktion in Deutschland

Entwicklung BIP und Industrieproduktion in Deutschland 2020

Bereits am 3. April haben wir gemeldet, dass uns die Coronakrise noch lange begleiten wird und dass wir lernen müssen, damit zu leben. Wir haben bereits damals gefordert, medizinische, ethische, soziale und wirtschaftliche Fragen integriert zu betrachten. Ebenfalls sehr früh haben wir darauf hingewiesen, dass Hotellerie und Gastronomie überdurchschnittlich betroffen sein werden und das Risiko besteht, dass ein Drittel der Betriebe insolvent wird. Leider war die tatsächliche Entwicklung in Summe deutlich härter, als es am Anfang erwartet wurde.

Erst sehr spät, nämlich am 12. Mai, wurde eine gemeinsame Studie des Ifo-Instituts und des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung abgeschlossen, die sowohl epidemiologische wie wirtschaftliche Größen und Auswirkungen betrachtet. Die Schlussfolgerungen der Studie in kurzen Auszügen:

  • „Allenfalls eine leichte, stufenweise Lockerung der Shutdown-Maßnahmen ist geeignet, die ökonomischen Kosten zu reduzieren, ohne die medizinischen Ziele zu gefährden.“
  • „Des Weiteren können wir in Bezug auf eine starke Lockerung keinen Konflikt zwischen wirtschaftlichen und gesundheitlichen Kosten feststellen – die Kosten würden in beiden Dimensionen höher ausfallen.“
  • „Eine zu starke Lockerung ist daher nicht vorzuziehen. Eine solche Politik würde kurzfristig zwar mehr Wirtschaftsleistung erlauben, die Phase der leichten Beschränkungen aber nach unseren Simulationsanalysen so sehr verlängern, dass die Gesamtkosten in den Jahren 2020 und 2021 zusammenbetrachtet steigen.“

Die Politik hat in der ersten Phase sicher richtig und konsequent gehandelt. Der Ausstieg aus dem Lockdown war für die politischen Entscheider verständlicherweise deutlich schwieriger als die Entscheidung, den Lockdown anzuordnen.

Jetzt kann es jedenfalls wieder losgehen! Wird es auch wieder losgehen?

Natürlich geht es wieder los, aber in welchem Tempo und zu welchen Kosten? Welche Lehren werden wir am Ende aus dieser größten Wirtschaftskrise seit fast 100 Jahren ziehen?

In den letzten Tagen haben wir sehr viel über einen Wirtschaftsbereich und seine prekären Verhältnisse erfahren, der uns alle angeht: Schlachtbetriebe und Fleischverarbeitung. Lebensmittel-hygienisch sind die meisten Betriebe sicher einwandfrei, im Hinblick auf die Verbreitung von Epidemien sind vor allem die Wohnverhältnisse der vorwiegend osteuropäischen Arbeiter nicht akzeptabel! Das Schnitzel vom Discounter verursacht jetzt Folgekosten, die in keinem Preis enthalten sind. Arbeitsschutz und Arbeitssicherung sind elementare Dinge, die nicht verhandelbar sind! Es macht keinen Sinn, Mindestlöhne einzuführen, wenn die dann über Werkverträge und Knebel-Mietverträge für unmenschliche Wohnverhältnisse am Ende auf effektiv vier Euro pro Stunde gesenkt werden.

Wenn die schweren Schläge – auch dank sehr effektiver staatlicher Hilfe z.B. Steuerstundung – überstanden sind, stehen strategische Themen auf der Agenda:

Was muss wie verändert werden, damit wir eine höhere Widerstandskraft gegen derartige Ereignisse haben? Wie sieht die Produktion in Europa aus, die unseren Wohlstand sichert? Welches sind die Wachstumsfelder? Wie erhalten wir die Wettbewerbsfähigkeit unserer Produkte? Wie verändern sich Organisationen? Volkswirtschaftlich müssen wir die Kosten für Infrastruktur deutlich senken, wenn Steuererhöhungen vermieden werden sollen.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei Ihren Aktivitäten und würden uns freuen, wenn wir Sie dabei ein Stück begleiten dürfen.

Beschleunigte Konsolidierung in der Automobilindustrie

Nicht abgeholte Neuwagen auf einem Werksparkplatz

Die Corona-Krise beschleunigt den Umbruch in der Automobilindustrie, weil die Absatzlücke zusätzlichen Druck erzeugt. Dadurch wird die Konsolidierung schneller voranschreiten, als das bisher erkennbar war. Das gilt besonders für kleine und mittlere Zulieferunternehmen, die schon lange eine viel zu geringe Rendite haben. Sie sind durch die Absatzrückgänge zum Teil tief in die roten Zahlen geraten. Das hat zwei sehr unterschiedliche Auswirkungen: Für strategisch wichtige Produkte organisieren OEMs Übernahmen durch starke Partner. Investoren, die sich auf schwierige Fälle spezialisiert haben, gehen auf Schnäppchen-Jagd. Natürlich spielen chinesische Unternehmen dabei eine große Rolle.

Wie aktiv chinesische Unternehmen gerade sind, zeigt sich an auch an diesem aktuellen Beispiel: Die Daimler Truck AG und die Volvo Group gründen ein gemeinsames Unternehmen, um Wasserstoffantriebe für Nutzfahrzeuge zu entwickeln. Die beiden Partner halten an dem neuen Unternehmen jeweils 50 Prozent, und Volvo kauft sich mit 600 Millionen Euro in dieses Joint Venture ein. Volvo und der chinesische E-Autobauer Geely haben denselben Eigentümer. Diese beiden Unternehmen planen jetzt eine Fusion. Geely wiederum hält über seine Investmentgesellschaft „Tenaciou3“ 9,7 Prozent der Daimler-Aktien. Gleichzeitig haben Daimler und Geely seit rund einem Jahr ein Joint Venture für Smart gegründet. Ab 2022 soll der Smart dann als Elektroauto in China produziert werden. Im Gegensatz zu BMW und VW hat Daimler keinen inländischen Anker-Aktionär.

Umbrüche bedeuten immer auch Marktbereinigungen

Auch im Autohandel zeichnet sich ein dramatischer Umbruch ab. Handelsportale, die den stationären Händlern die Probleme, sprich die Autos, vom Hof holen, werden ebenso deutliche Marktanteile gewinnen, wie die Direkt-Vermarktung. Die Autohändler werden quasi in die Zange genommen: Die Kunden schieben größere Investitionen auf und gleichzeitig droht Konkurrenz durch neue Player auf dem Verkäufermarkt. Kleinere Händler werden unter Druck gesetzt durch Online-Autoportale und große Händler, die erhebliche Rabatte einräumen.

Umbrüche haben immer für Bereinigungen der Märkte gesorgt. Jetzt kommt es darauf an, das eigene Unternehmen fit für die Zukunft zu machen – ob in der Automobilproduktion oder im Automobilvertrieb. Die End-to-End-Prozesse vom Auftragseingang bis zur Auslieferung beim Kunden müssen stimmen. Hohe Geschwindigkeit gepaart mit Flexibilität und Effizienz ist entscheidend. Die Produkte müssen in Design, Funktion und Preis wettbewerbsfähig sein. Innovation wird zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Wettbewerbsfähige Preise brauchen optimale Kosten. Ein Produktionssystem kann noch so gut sein, die Nachteile, die bereits konstruktiv von der Entwicklung „eingebaut“ wurden, kann kein Produktionssystem kompensieren.

Stellen Sie alles auf den Prüfstand. Die Zeiten werden nicht einfach.

Was Wirtschaft und Unternehmen jetzt wirklich hilft

Infrastruktur

Die Volkswirtschaft als Ganzes und die einzelnen Unternehmen erleben gerade eine einmalige Konstellation: Einen Angebotsschock gepaart mit einem Nachfrageschock. Die Produktion steht still, weil die Versorgungsketten gestört sind. Gleichzeitig gibt es keine Nachfrage, weil die Konsumenten nicht kaufen, weil sie gerade selbst Einkommensverluste haben und weil sie nicht wissen, wie sich ihre persönliche wirtschaftliche Situation entwickelt. Der Online-Händler Zalando hat eben keinen Rekordumsatz, sondern leidet auch unter der fehlenden Nachfrage.

Die Autoindustrie fordert eine Abwrackprämie. Aus 2009 wissen wir: Das entfacht bestenfalls ein Strohfeuer, kurzfristig verhindert es sogar Käufe, weil jetzt viele auf die Prämie warten. Wenn Kaufprämien etwas bringen, warum gibt es dann keine Prämie für Küchenkauf, für den Kauf von Unterwäsche oder eine Schnitzelprämie, damit dem gebeutelten Wirt geholfen wird? Und wer soll diese Anreize am Ende bezahlen? Wir alle natürlich.

Investitionsanreize statt Konsumanreize

Konsumanreize sind verlockend, ihre Wirkung aber ist zweifelhaft. Investitionen zu fördern ist sicher langfristig wirksamer. Investitionen in Infrastruktur, Produktionsanlagen und private Investitionen, die der Umwelt dienen. In Investitionen für öffentliche und betriebliche Infrastruktur stecken erhebliche Reserven. Wenn man die Preisentwicklung für Autos, Konsumgüter und Ahnliches mit den Kosten für Bauen und andere Infrastrukturen vergleicht, stellt man fest: Die Infrastruktur ist ständig teurer geworden, während die meisten Artikel des täglichen Bedarfs nicht nur inflationsbereinigt weniger kosten, sondern sogar absolut. Die Erkenntnisse der Produktkostensenkung müssen auch in den Straßen- und Brückenbau und in den Bau Produktionsinfrastruktur einfließen. Warum werden Methoden wie Standardisierung und Wertanalyse hier nicht angewendet? Das ist besonders wichtig angesichts des erheblichen öffentlichen Investitionsbedarfs in Deutschland. Allein im kommunalen Bereich sind das 600 Euro jährlich pro Einwohner.

Kommunaler Investitionsbedarf in Deutschland

ConMoto hat sein Konzept für Einsparungen bei Infrastrukturinvestitionen bereits 2012 auf dem Infrastrukturgipfel vorgestellt. Wir haben für und mit einem sehr großen Unternehmen, das sehr viel in Infrastruktur investiert, diese Verfahren beim Brückenbau angewendet. Mit großem Erfolg! Wir haben für ein Unternehmen, das Masten für Stromleitungen baut, die Baustellen standardisiert und logistisch optimiert. Mit großem Erfolg!

Die Politiker haben in den letzten Wochen zu Recht immer wieder darauf hingewiesen, dass unsere Krankenhäuser besser für die Krise eingerichtet waren als in vielen Nachbarländern. Dennoch sollen die Intensivbetten zur Sicherheit weiter ausgebaut werden. Richtig. Aber warum sind die Kosten so hoch? Das Ziel muss sein: Mehr notwendige Infrastruktur bei gleicher Qualität aus jedem Euro, ob im Krankenhaus oder in einem Industrieunternehmen. Egal ob sich um öffentliche Infrastruktur oder die eines Privatunternehmens handelt, die Lösung lautet: effizienter planen, einkaufen, erstellen und erhalten.

Effizientpotentiale in der Industrie

Potenziale in Organisation und Prozessen heben

In der Krise haben private Unternehmen der öffentlichen Hand funktional mit Einkaufskompetenz geholfen. Sehr gut! Jetzt braucht die öffentliche Hand auf allen Ebenen einen qualifizierten Einkauf. Damit sind wir bei der wichtigen Frage, ob die Verwaltungen auf allen Ebenen für künftige Aufgaben ausreichend vorbereitet sind. Unsere Erfahrung mit vergleichbaren Organisationen zeigt, dass die persönliche Qualifikation und Motivation absolut vergleichbar zu erfolgreichen Industrieunternehmen ist. Aber in Organisation und Prozessen gibt es Reserven in öffentlichen und privaten Unternehmen.

Es wäre wünschenswert, wenn an diesen Themen gearbeitet wird. Wir brauchen einen starken und funktionierenden Staat, zumindest das haben die letzten Wochen ja sehr deutlich gezeigt. Nachhaltige Investitionen statt kurzfristiger Strohfeuer. Und gezielt und kostenbewusst eingesetztes Kapital, das ist aus Sicht von ConMoto der richtige Weg.

Der Shutdown ist beendet!

Shopping mit Maske wieder erlaubt

Die Politik hat das Feld, natürlich bedingt und mit Auflagen, für die Wirtschaft freigegeben. Die letzten Entscheidungen werden regional getroffen. Jetzt muss klug, aber auch schnell, entschieden und gehandelt werden, um den materiellen Schaden so gering wie möglich zu halten.

Seit Montag spürt ConMoto bei seinen Kunden, dass der Start vorbereitet wird. Die Themen, die jetzt im Fokus stehen, heißen:

  • Re-Engineering der Prozesse der indirekten Bereiche. Diese Bereiche müssen im Hinblick auf die zu erwartende Wettbewerbssituation re-dimensioniert werden. Zur Minderung des Infektionsrisikos müssen Schichtbetrieb und/oder Remote-Arbeit organisiert werden.
  • Abtaktung der Produktion. Die neuen Abstandsregeln verändern die Produktionssysteme. Einbahnverkehre müssen möglichst kreuzungsfrei eingerichtet werden.
  • Der Betrieb der Werkskantine und der Verpflegung der Mitarbeiter muss organisiert werden.
  • Schichtbeginn und -wechsel müssen kontaktfrei oder mindestens kontaktarm abgewickelt werden.
  • Zulieferung und Versand müssen regelkonform und gleichzeitig wirtschaftlich und zuverlässig erfolgen.

Neben diesen organisatorischen Schwerpunkten müssen Kosten und Preise und die Lupe genommen werden.

Der gesamte Hochlauf muss darüber hinaus mit Lieferanten und Kunden abgestimmt sein. Gerade für diese Koordination ist die Kommunikation mit allen Beteiligten besonders wichtig. Die Unternehmen, die bereits vor dem Shutdown „unter besonderer Beobachtung“ ihrer Kunden standen, werden jetzt sehr schnell alte Probleme lösen müssen. Sonst kann es im Zuge der Neugestaltung der Supply Chains sehr schnell zu einem Lieferantenwechsel kommen – speziell in der Automobilindustrie. Das wird natürlich auch neue Chancen eröffnen.

Nutzen Sie die Chance, neue Märkte zu erschließen. Das erfordert schnelle Reaktionen auf Anfragen. Hier scheitern nach Beobachtungen von ConMoto viele Unternehmen häufig daran, dass nicht genügend qualifizierte Kapazität für die dringend erforderliche Kalkulation vorhanden ist. Gleiches gilt für den kurzfristigen Aufbau neuer Versorgungsquellen und Lieferanten, z.B. wenn Supplier aus dem Ausland die Produktion noch nicht wieder aufnehmen können.

Die Kosten der Corona-Krise

Internationales Geld

Professor Jens Südekum lehrt Internationale Volkswirtschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und ist Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und in zahlreichen Forschungseinrichtungen. Er befasst sich insbesondere mit den Auswirkungen der Globalisierung auf die Arbeitswelt. Jetzt hat er sich zu den Kosten der Corona-Pandemie in Deutschland geäußert: Es sind 60 Euro pro Tag und Bundesbürger. Das sind fünf Milliarden Euro an jedem Kalendertag oder 150 Milliarden Euro im Monat. Südekum sagt auch „bei unkontrollierten Lockerungen, zweiter Welle und neuem Lockdown im Sommer könnte alles noch viel teurer werden“.

Wer zahlt diese gewaltige Summe? Am Ende über die enorm wachsende Staatsverschuldung wir alle und die Unternehmen in Deutschland. Ein Unternehmen, das es in der Zukunft nicht mehr gibt, kann seine Schulden nicht zurückzahlen! Daraus resultiert die elementare Aufgabe aller an Unternehmen beteiligter Menschen und dem Management, alles zu tun, diese Krise zu meistern. Die Politik wird jetzt angesichts der sich weiter verbessernden Zahlen sehr schnell die Beschränkungen lockern. Dann liegt der Ball im Feld der Unternehmen. Unsere Kunden beginnen intensiv mit den Vorbereitungen. Nicht immer und nicht überall läuft das reibungslos. Ein Unternehmen nach einem Shutdown wieder hochzufahren ist komplex, noch komplexer ist das Wiederhochfahren der internationalen Supply Chains.

Neben allen produktionstechnischen und logistischen Voraussetzungen muss der umfassende Arbeitsschutz gewährleistet werden. Denn wenn das nicht geschieht, drohen ein erneuter Stop der Produktion und weitere Kosten. Mit der Fülle der Aufgaben sind zum Teil auch sehr große Unternehmen mit ihren umfangreichen Stäben überfordert. Das gilt für mittelständische Unternehmen erst recht. Bekanntermaßen ist es besser, die Dinge beim ersten Mal richtig zu machen. Nachbessern dauert lange und kostet Geld. Geld, das Sie im Moment zusammenhalten müssen! Wir stehen bereit. Wir haben maßgeschneiderte Programme, die sich aus erprobten Elementen zusammensetzen, als Ganzes aber sofort und wirksam eingesetzt werden können.

Zeitlich begrenzt bis zum 30. Juli bieten wir diese Programme zu Sonderpreisen an. Sehr gerne machen wir Ihnen ein individuelles Angebot.

Jetzt wieder produktiv werden

ConMoto-Ingenieur steht vor Produktionsmaschine

Im Mai läuft die Produktion in vielen Unternehmen wieder an. Diesen Prozess begleiten die Berater von ConMoto mit ihrer Expertise. Für die kommenden harten und wettbewerbsintensiven Monate braucht jedes Unternehmen eine kurz- bis mittelfristige Strategie und gleichzeitig robuste, umsetzbare Pläne. Aufgrund der großen Unsicherheit ist es sinnvoll, Szenarien für den Geschäftsverlauf zu entwickeln und durchzurechnen. Diese Szenarien sollten folgende Ziele einbeziehen:

  1. Liquiditätssicherung
  2. Hochlauf der Wertschöpfung unter Berücksichtigung der Corona-Regeln
  3. Stabilisierung der Supply Chains
  4. Versorgung der Kunden nach strategischen Prioritäten und marktorientierte Preisbildung
  5. Nach dem Start nachhaltige Stabilisierung und kontinuierliche Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit

Um die daraus abgeleiteten Ziele und Aufgaben effizient umzusetzen, empfiehlt ConMoto, das interne Lenkungsgremium funktions- und hierarchieübergreifend zu besetzen. Bei der Abarbeitung des Maßnahmenplans helfen pragmatische Methoden, wie z.B. die FMEA und das Quality Function Deployment (QFD). Vergessen Sie die Arbeitnehmer und ihre Vertreter nicht. Nicht alle Maßnahmen werden populär sein. Informieren Sie Ihre Mitarbeiter so früh wie möglich, um Widerstände und die damit verbundenen Reibungsverluste zu verhindern. Gehen Sie nach den fünf Phasen des Problemlösungszyklus vor:

  • Identifizierung: das Problem beschreiben
  • Analyse: Ursachen/Mengengerüst
  • Planung: Lösungen/Maßnahmen
  • Einführung: Maßnahmen umsetzen
  • Bewertung: Erfolg messen

Die ConMoto-Berater bringen Expertise, Methodenwissen und die Bewertung aus neutraler Perspektive ein. Unser Vorgehen schafft Transparenz, priorisiert die Aufgaben und sorgt für schnelle Umsetzungserfolge, die Ihre Mitarbeiter motivieren.

Rüdiger Feigl neues Mitglied der Geschäftsleitung bei ConMoto

ConMoto_ Ruediger Feigl
Dipl.-Ing. (FH) Rüdiger Feigl

Rüdiger Feigl ist neues Mitglied der Geschäftsleitung bei ConMoto. Der studierte Maschinenbauingenieur verfügt über mehr als 20 Jahre Beratungserfahrung – sowohl als Partner bei renommierten Unternehmensberatungen als auch bei Boutique-Beratungshäusern. Vor seiner Tätigkeit als Berater sammelte er acht Jahre Industrieerfahrung in verschiedenen Funktionen innerhalb der Automobilzulieferindustrie weltweit.

Vor seinem Wechsel zu ConMoto war Rüdiger Feigl Partner in führenden Lean Unternehmensberatungen und verantwortete dort den Kompetenzbereich Operational Excellence. Seine Beratungsschwerpunkte liegen in der Erarbeitung von Funktionalstrategien sowie der Gestaltung und insbesondere Umsetzung von Effizienz- und Effektivitätsprogrammen in Entwicklung, Produktion und Supply Chain Management bei produzierenden Unternehmen, insbesondere aus der Automobilindustrie. Er ist Experte für Lean Transformation, Agiles Management, Restrukturierung und Lieferanten-Risikomanagement.

Bei ConMoto ist Rüdiger Feigl für die Beratungsthemen Produktionssystem, Investitionsplanung und Restrukturierung verantwortlich.

Die Fakten und der Weg aus der Krise

Maske tragen wird zur Pflicht während der Coronakrise

Die tägliche Bekanntgabe des Reproduktionswerts durch das Robert-Koch-Institut trägt mittlerweile eher zur Verwirrung als zu Klarheit bei. Man fragt sich, ob es sich um Schätzungen oder Berechnungen handelt. Bei den neuen Medienstars, den Virologen, gewinnt man zunehmend den Eindruck, dass es vor allem darum geht, Aufmerksamkeit zu erregen. Der öffentliche Streit dieser Experten verunsichert eine ohnehin verängstigte Bevölkerung. Spekulationen und Hypothesen statt Erkenntnis und Methoden.

Wir verweisen erneut auf unseren Beitrag vom 2. April. Bereits damals haben wir eine sehr valide Aussage zum Ausmaß des zu erwartenden Einbruchs der Wirtschaft gemacht.

Was sind die Fakten?

  1. Eine Durchseuchung der Bevölkerung bis zur sogenannten Herdenimmunität würde je nach Ausbreitungsgeschwindigkeit zwei bis drei Jahre dauern.
  2. Ein zugelassener Impfstoff ist kurzfristig nicht vorhanden.
  3. Bei Medikamenten gibt es hoffnungsvolle Ansätze aber noch kein konkretes Ergebnis.
  4. Die einzig bekannten wirksamen Maßnahmen sind Hygiene, Abstand, Mund- und Nasenmaske.
  5. Die Arbeitslosigkeit wird durch Kurzarbeit vorübergehend abgemildert, steigt insgesamt aber sprunghaft. Für Deutschland meldet die Bundesagentur für Arbeit von März auf April einen Anstieg der Arbeitslosenzahl um 308.000 auf, 2,644 Millionen. Im März und bis zum 26. April gingen darüber hinaus 751.000 Anzeigen für Kurzarbeit ein für insgesamt bis zu 10,1 Millionen Personen. Das heißt aber nicht, dass diese Menschen auch alle kurzarbeiten werden. Diese Zahl übersteigt aber um ein Vielfaches die Anzeigen während der Großen Rezession 2008/2009. Im gesamten „Krisenjahr“ 2009 gab es lediglich Anzeigen für 3,3 Millionen. Zum Vergleich: In den USA haben sich in den vergangenen sechs Wochen 30 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet.
  6. Deutschland steht vor der größten Pleitewelle seit der Weltwirtschaftskrise in den 1920er Jahren.

Der Weg aus der Krise

Es gibt nur einen Weg aus der Krise: Einen geordneten, aber zügigen, Ausstieg aus dem Shutdown. Das kann nur verantwortet werden, wenn alle bekannten Regeln zuverlässig angewendet und nachhaltig eingehalten werden.

Arbeitsschutz bekommt hier eine zusätzliche, existenzielle Bedeutung. Es geht um die Rettung von Arbeitsplätzen und Unternehmen. Es geht um die Rettung unseres Wirtschaftssystems!

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble sagt völlig zu Recht, dass staatliche Hilfe auf Dauer Umsatz nicht ersetzen kann. Das derzeitige Vorgehen bringt die Staatsverschuldung auf über 80 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Diese mehr als 700 Milliarden Euro zusätzlicher Schulden werden am Ende von den Unternehmen gemacht, die die Steuern und Sozialabgaben nicht abführen oder sogar direkte Unterstützung in Anspruch nehmen. Dieses Geld muss ja zurückgezahlt werden. Der Anteil der produzierenden Wirtschaft am BIP beträgt rund 18 Prozent, bzw. etwa 600 Milliarden Euro. Der Anteil an der produzierenden Wirtschaft am Schuldenanstieg von 700 Milliarden ist deutlich überproportional. Bei 25 Prozent wären es 175 Milliarden Euro, bei 30 Prozent bereits mehr als 200 Milliarden Euro! Wir sprechen hier über neue Schulden in der Größenordnung von mehr als 25 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung in einem Jahr. Und das bei durchschnittlich völlig unzureichender Eigenkapitalausstattung und Umsatzrendite.

Jetzt auf den Wettbewerb nach der Krise vorbereiten

Der Wettbewerb nach der Krise wird dramatisch. Unternehmen, die nur noch wegen der externen Finanzierung existieren, werden mit allen Mitteln, sprich Kampfpreisen, um ihre Existenz ringen. Darauf müssen wir uns alle einstellen. Effizienz und Effektivität sind wichtiger denn je!

  • Gehen Sie an die Kosten ihrer Produkte, hier stecken erhebliche Potentiale.
  • Verbessern Sie Ihre Beschaffung. Senken Sie die Kosten bei größerer Robustheit ihrer Versorgungsketten.
  • Steigern Sie die Produktivität ihrer Wertschöpfung.
  • Hinterfragen Sie konsequent, wofür der Kunde bezahlt und wofür nicht.
  • Verkürzen Sie die Entwicklungszeiten.
  • Optimieren Sie ihren Vertrieb und ihre Logistik.

Und last but not least: sichern sie den Hochlauf!

Gefahr in der Krise: Pflichten und Aufgaben der Geschäftsführung

Gefahr in der Krise: Pflichten und Aufgaben der Geschäftsführung

Immer wieder hört man, dass die strenge Haftung für Geschäftsführer während der Coronakrise außer Kraft gesetzt ist. Das ist ein Irrtum, der schwerwiegende Folgen haben kann. ConMoto gibt keine Rechtsberatung, aber auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist es notwendig und sinnvoll, sich kontinuierlich über die Gefährdungslage des Unternehmens Klarheit zu verschaffen.

Wir empfehlen dringend, alternative betriebswirtschaftliche Szenarien für das Unternehmen zu erstellen: mit und ohne die Auswirkungen der Coronakrise. Auf diese Weise kann jeder Verantwortliche für sich selbst den Überblick über die aktuelle Situation behalten, ist aber auch zu jeder Zeit nachweisfähig. Die staatlichen Beiträge und Hilfen sind vor dem Hintergrund wegbrechender Umsätze natürlich enorm wichtig, aber sie müssen natürlich später zurückgezahlt werden. Sie erhöhen also vor der Rückzahlung die Schulden.

Entscheidungen unter Unsicherheit sind charakteristisch für diese Zeit, aber gerade deshalb sollte man alles tun, um durch Transparenz und Aktualität der Zahlen die von außen erzeugte Unsicherheit so weit wie möglich zu reduzieren. Sie brauchen jetzt den Überblick über Ihre Wertströme mehr denn je. Eine Wertstromanalyse über ihr gesamtes Wertschöpfungssystem schafft Klarheit. Mit unseren erprobten Methoden zeigen wir ihnen nicht nur die Risiken, sondern vor allem auch, wie sie diese vermeiden oder zumindest minimieren können. Gerne stellen wir Ihnen ein auf ihre Belange optimiertes Programm zu Corona-Konditionen zusammen.

Die Diskussion wird schärfer

Die Diskussion wird schärfer

Die aktuellen Nachrichten belegen eine sich verschärfende Lage:

  • Die EU-Kommission genehmigt weitere Staatshilfen. EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager sagt, die EU bemühe sich gemeinsam mit den Mitgliedsstaaten um Unterstützung für Unternehmen.
  • Deutschland kommt bald an seine Grenze. Das Ifo-Institut prognostiziert, dass die Wirtschaft im II. Quartal um 12,2 Prozent schrumpft und stützt sich dabei auf Umfragen unter 8.800 Unternehmen.
  • Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble sagt: „Der Staat kann aber nicht auf Dauer den Umsatz ersetzen.“ Für längere Zeit könne das keine Lösung sein.

Das sind nur drei Beispiele. Besonders wichtig nehmen wir auch die Aussagen von Wolfgang Schäuble zu den Fragen der Grundrechte: „Grundrechte beschränken sich gegenseitig. Wenn es überhaupt einen absoluten Wert in unserem Grundgesetz gibt, dann ist das die Würde des Menschen. Die ist unantastbar. Aber sie schließt nicht aus, dass wir sterben müssen.“ Ähnlich haben sich der Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Peter Dabrock, und der ehemalige Verfassungsrichter Udo di Fabio geäußert. di Fabio hält die gegenwärtigen Maßnahmen für verfassungskonform, sagt aber auch: „Wir müssen mit bestimmten sozialadäquaten Risiken leben. Sonst müssten wir bei 3.000 Toten im Straßenverkehr den Straßenverkehr komplett verbieten. Der Verfassungsstaat balanciert immer zwischen Freiheit und Sicherheit, und er balanciert so, dass es verantwortet werden kann.“

Wir brauchen einen glaubwürdigen Plan

In diesem Zusammenhang weisen wir auf einen frühen Artikel auf unserer Corona-Seite hin: Auf die Pandemie folgt jetzt die Panzession. Bereits damals haben wir für die Industrie in Deutschland einen Rückgang von zehn bis 15 Prozent für 2020 erwartet. Das ist praktisch nicht mehr zu vermeiden, kann aber immer noch verschärft werden, wenn der Shutdown im Mai nicht deutlich reduziert wird. Wir haben bereits am 2. April die Insolvenz von 30 Prozent der Gastronomiebetriebe vorhergesagt. Der Handel kämpft ums Überleben. Die Konsumlaune der Menschen ist auf ein Minimum gesunken, das Ifo-Institut misst historische Tiefstände seiner Indizes. Wir brauchen jetzt einen glaubwürdigen, vertrauensvollen Plan! Natürlich gehen wir dann Risiken ein, aber das tun wir ja auch, wenn wir morgens ins Auto steigen oder zur Behandlung ins Krankenhaus gehen, wo jährlich mehr als 20.000 Menschen an Krankenhauskeimen sterben. Wichtig ist, dass alle Risiken transparent gemacht werden und dass sich alle an die als wirksam anerkannten Maßnahmen halten: Hygiene, Abstand, Masken!

Das müssen Sie auch in Ihren Unternehmen gewährleisten. Hier steckt das Problem häufig im Detail. Das Virus kann man nur mit koordinierten und zielgenauen Maßnahmen bekämpfen. Wir brauchen jetzt die Corona-App. Wir brauchen in Geschäften und Betrieben zuverlässige Abstände und ein kontaktarmes Zusammenarbeiten, wo kontaktfreies nicht geht. Altenpflege funktioniert nicht aus dem Home Office. Aber Altenpflege ist eine systemrelevante Arbeit und die öffentlichen und privaten Arbeitgeber haben die Pflicht, ihre Mitarbeiter zu schützen.

Flexible Arbeitszeitregeln verhindern Infektionen

Wir brauchen für die kommenden Monate neue Arbeitszeitregeln. Wenn am Wochenende auch ohne Ausnahmegenehmigungen gearbeitet werden darf, reduziert sich die Anwesenheitsdichte um mehr als 25 Prozent. Flexible Arbeitszeitmodelle helfen also Infektionen zu verringern. Jetzt wird auch sehr deutlich, dass das Unternehmen große Vorteile hat, dass bereits in der Vergangenheit die Produktionssysteme flexibilisiert hat. Die Flexibilisierung der Produktion schafft Spielräume, die mehr Abstand ermöglichen und dadurch die Gefahr von Infektionen reduzieren.

Es ist richtig, dass wir noch länger mit Corona leben müssen. Also müssen wir alle Systeme darauf einrichten, dass das möglich ist. Auch hier gilt die Erfahrung aus den 1990er Jahren: Die Schnellen werden die Sieger sein und nicht automatisch die Großen. Viel Erfolg bei der Prüfung und gegebenenfalls Re-Organisation Ihres Wertschöpfungssystems! Wir helfen Ihnen sehr gerne dabei.

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